Das Blasorchester stellt sich vor

Das Blasorchester des Turnvereins 1862 Langen e.V. , Kulturpreisträger 2012 der Stadt Langen, pflegt ein Repertoire von volkstümlicher, moderner und sinfonischer Blasmusik sowie Kirchenmusik.

Die Konzerte des TVL-Blasorchesters sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Kulturprogramm der Stadt Langen und ihre Beliebtheit wurde stets durch zahlreichen Besuch gekennzeichnet. Seit 1984 wird jeweils  am 4. Advent ein großes Weihnachtskonzert gegeben, ein Höhepunkt im musikalischen Jahr.

Neue Musiker/innen sind jederzeit herzlich willkommen!

Kategorie: TVL Orchester

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Gemeinsam mit der Adolf-Reichwein-Schule und der Langener Musikschule wurde 2007 die Bläserklasse gegründet, die von Orchestermitgliedern betreut wird. Der Musikunterricht findet in Einzel- oder Zweierunterricht (nach Vereinbarung) in den Räumen des Blasorchesters in der Turnhalle am Jahnplatz statt (1. Stock, rechts). Ziel der musikalischen Ausbildung ist das Erreichen der Musikleistungsabzeichen und die Mitwirkung im Blasorchester.

Wiedereinsteiger und erwachsene Instrumentenneulinge sind uns jederzeit herzlich willkommen!

 

Kontakt über unseren Abteilungsleiter:
Manfred Seipel
06103-22957


 

Die Mitglieder des Traditionsspielmannszug sind ehemalige Spielleute, die sich in 2wöchigem Abstand (Flöten) und 4wöchigem Abstand (gesamt) treffen um zu musizieren. Sie sind auch im Traditionsspielmannszug des Turngaus Main/ Rhein dabei.

 

Gelegentlich tritt unser wie folgt besetzter Spielmannszug noch auf.

Flöten   Kleine Trommel
Edgar Herth   Bernd Michels
Sybille Knechtel   Horst Naus
Ewald Scholz   Manfred Seipel
Rolf Schroth    
Reinhard Seipp    
     
Lyra   Große Trommel
Elfriede Donner   Rainer Schüller
     
    Becken
    Heinz-Georg Sehring

 

Kontakt:
Edgar Herth 
06103-23355


 

125 Jahre Blasorchester

Die Geschichte

Die ersten Aufzeichnungen über Spielleute in Langen findet man im Protokoll über eine Versammlung des Turnvereins am 12. April 1874. Hierin heißt es: „Zu Signalisten sind ernannt Karl Jung und Philipp Schäfer und zu Tambouren Heinrich Zimmermann und Adam Bärenz“.

Die Turnvereine besuchten sich damals gegenseitig, man nannte dies Turnfahrten. Es wird dabei wohl so gewesen sein, dass die Tamboure dafür zu sorgen hatte, dass der Verein innerhalb des Ortes gut marschierte.

Auf dem Jubiläumsbild 1887, zum 25jährigen Bestehen des Turnvereins, erkennt man 8 Spielleute, drei mit Trommeln, zwei mit Signalhörnern, zwei mit Querflöten und ein Stabführer, den man damals „Tambourmajor“ nannte.  Am blauen Turnerrock waren noch „Schwalbennester“ in den Landesfarben. Beim Tambourmajor waren die rotweißen Fransen etwas länger.

Laut Beschluss vom 18. Januar 1893 wurde den Turnbrüdern Jakob Kettwig und Christian Müller „für’s Lernen Trommeln und Pfeifen an ihren Mitgliedsbeiträgen etwas vergütet“.

Am 21. Februar 1897 hat man neue Signalhörner gekauft. Nach der Jahrhundertwende hatte der Turnverein in Heinrich Bärenz einen rührigen Tambourmajor.

Bis etwa 1920 traten allgemein die Spielmannszüge bei Aufmärschen und Festzügen in Erscheinung. Später schuf man die heutigen Organisationsformen. Zu den Trommeln und Pfeifen kamen dann noch Pauken, Becken und Lyra hinzu. Damit waren musikalisch bereicherte Klangkörper geschaffen. Mehr Farbe und Abwechslung gab es später noch durch die Einführung von Fanfaren.

Aus den kleinen „Haufen“ wurden größere Züge, wobei oftmals vom „Kommiss“ abgegangene Turner, die dort Tambour oder Hornist waren, starke Impulse gaben. So war es auch beim Turnverein. 1910 kam Fritz Schlapp vom Militär, und er wurde wohl der bekannteste und beste Spielmannszugleiter der damaligen Zeit. Er baute einen besonders großen und guten Spielmannszug auf, der mit  allen oben genannten Instrumenten besetzt war. Exaktheit im Spiel und Haltung zeichneten den Spielmannszug bei festlichen  Anlässen aus. Besonders hervorzuheben wäre der „große Zapfenstreich“, dargeboten vom TV-Spielmannszug, unter Fritz Schlapp, zum 50jährigen Jubiläum des Turnvereins 1912. Oft spielten sie auch mit einer Blaskapelle zusammen, was damals eine  ausgezeichnete Leistung war.

Auch beim früheren TV „Vorwärts“ gab es schon einen Spielmannszug. Viele Jahre war Jakob Heberer Stabführer. Er hat seine Aufgabe mit viel Hingabe, Stolz und Freude erfüllt. Philipp Heberer, sein ältester Sohn, war der spätere, immer einsatzbereite Stabführer. Zu erwähnen sei noch, dass der „Vorwärts“-Spielmannszug 1932 einen besonderen Einsatz hatte. Beim internationalen Kunstturnwettkampf zwischen der Turngemeinde „Eintracht“ Frankfurt, der Nationalmannschaft von Luxemburg und der Stadtmannschaft von Budapest haben die Langener Spielleute vor 12.000 Zuschauern in der Frankfurter Festhalle musiziert.

Das Jahr 1930 kann man den Beginn einer modernen Turnerspielmannsarbeit nennen. Es setzte eine Entwicklung zu der heutigen Vielfältigkeit der Instrumentierung ein, die allerdings örtlich verschieden war. In jedem Fall erfolgte damit ein e Bereicherung des  Spielmannszug-Klangkörpers zur konzertanten Musik hin. In diese Zeit fiel auch die Gründung eines Schülerspielmannszuges, in den auch Friedel  Breidert als neunjähriger eintrat.

Nachdem die Vereinssperren der Alliierten 1951 aufgehoben wurden, nahm auch der TV seine Tätigkeiten wieder auf.  Beim Spielmannszug war es Heinrich Sallwey der mit dem Übungsbetrieb begann, die Abteilung übernahm und es verstand, besonderes Interesse zu wecken, so dass ein  stetiger Zuwachs zu verzeichnen war. Die Stabführung hatte zunächst Heinrich Heim übernommen. Doch schon bald verstand es Friedel Breidert, als Stabführer und Abteilungsleiter, den Spielmannszug systematisch weiter auf- und auszubauen und einer neuen Blütezeit entgegenzuführen. 1955 sind bereits 35 Spielleute im TV-Spielmannszug aktiv tätig.

Eine Wende zur Blasmusik, hervorgerufen durch Valentin Klasser, Mühlheim, hinterließ auch in Hessen Spuren, die nicht unbemerkt am TV-Spielmannszug vorübergingen. So wurden zügig, soweit es die Mittel damals zuließen, Trompeten, Tenorhörner, Posaunen, Klarinetten, Tuben, Saxophone usw. angeschafft und bespielt. In dieser Zeit war Friedel  Breidert außerdem als Gaufachwart und Gaustabführer im Turngau Main-Rhein tätig.

In der Zeit von 1957 bis 1966 nahm der TV-Spielmannszug regelmäßig an Wertungsspielen für Turnerspielmannszüge auf Landesebene teil. Man spielte in der Oberstufe und konnte, bedingt durch die Leistungsstärke, mit sehr guten Ergebnissen aufwarten: Weiterstadt 1957 Note Vorzüglich, Dauborn 1959 Note Vorzüglich, Dudenhofen 1961 Note Vorzüglich, Mühlheim 1962 Note Hervorragend, Münster 1964 Note Vorzüglich und Gräfenhausen 1966 Note Vorzüglich.

Die Vielseitigkeit und Beliebtheit der TV-Musiker führte sie immer wieder in die nähere und auch weitere Umgebung. Zu erwähnen seien nur kurz die Karnevalshochburgen Seligenstadt, Rüsselsheim und Neu Isenburg wo sie als “Sterzbachhusaren“ in einer schmucken roten Uniform schon bei vielen Umzügen dabei waren und sogar  schon Prinzenpaare musikalisch angeführt hatten. Bei vielen Sportfesten in Langen, auf Gau- oder  Landesebene war der Spielmanns- und Musikzug anzutreffen. Die Teilnahme an den deutschen Turnfesten 1963 in Essen und 1968 in Berlin gehört sicherlich zu den Höhepunkten der Abteilungsgeschichte. In den Jahren 1965 bis 1970 fand jährlich auf dem Rhein-Main-Flughafen ein Musikwettbewerb statt, zu dem die Flughafen AG und der Kommandant der US-Air-Base Spielmanns-, Musik- und Fanfarenzüge der Anrainerstädte des Flughafens eingeladen hatte. In der Gruppe Musikzüge konnte 1965 der  2. Platz und 1967 der 1. Platz errungen werden. Die Preise waren jeweils Rundflüge über Hessen und Besichtigung verschiedener Einrichtungen der Air-Base. Beliebt waren damals auch die Frühschoppenkonzerte  am Pfingstmontag in Dreieichenhain.

1967 beim 80jährigen Bestehen des Spielmanns- und Musikzuges, wie er sich mittlerweile nannte, bestand die Abteilung aus 57 Mitgliedern. Damals wirkten erstmals Mädchen und Frauen mit.

1970 besuchten die TV-Musiker/innen auf Einladung die Partnerstadt Romorantin und wurden dort sehr freundlich aufgenommen. Es war die erste Auslandsreise.

1977 beging der Musikzug sein 90jähriges Bestehen. Von dem einstigen Spielmannszug vergangener Jahre war nicht mehr viel übrig geblieben. Ganze 10 Mann waren es noch, die Jahre zuvor als Trommler, Pfeifer oder Fanfarenbläser tätig waren. Der Trend ging mehr und mehr in den orchestralen Bereich über. So war der Anteil der Blasinstrumente höher. Der allgemeinen Entwicklung folgend, wurde auf Antrag in der Jahreshauptversammlung am 17. Dezember 1981, mit 2 Stimmen Mehrheit, der TV-Musikzug in TV-Blasorchester umbenannt.

Der Umbruch zur Blasmusik hatte natürlich auch zur Folge, dass ein Musiklehrer eingestellt werden musste, der für die musikalische Ausbildung verantwortlich zeichnete. So waren in den Jahren von 1960 an bis zum heutigen Tage in der Reihenfolge Fritz Sehring, Wilhelm Kubacszik, Werner Weisheit, Michael Schließmann, Rolf Wurtinger und wieder Michael Schließmann beim TV-Blasorchester tätig. Michael Schließmann führt seine Tätigkeit als Musiklehrer und Dirigent im Orchester auch heute noch aus.

Seit 1979 besteht die langjährige Freundschaft mit dem Musikverein Ortsmusik Schleinbach in Niederösterreich. Regelmäßige Besuche und Gegenbesuche vertiefen diese Freundschaft immer wieder. Auch zum 125jährigen Jubiläum werden uns die Freunde aus Schleinbach  besuchen und mit  ihren hervorragenden Musikbeiträgen das Fest bereichern.

1987 konnte das 100jährige Jubiläum gefeiert werden.  3 Tage lang dauerten die musikalischen Feierlichkeiten. Das Orchester bekam die in Hessen erst zum 2. Mal verliehene Pro Musica-Plakette für langjährige Pflege und Förderung des kulturellen Lebens.  Das Orchester hatte damals 42 aktive MusikerInnen.

1988 verstarb Friedel  Breidert, seitdem ist Manfred Seipel  Abteilungsleiter.

Zum Weihnachtskonzert 1989 konnte sich das Orchester erstmals in den neuen Uniformen präsentieren. 1991 wurden neue Wege zur Nachwuchsausbildung begangen. Es erfolgte die erste von mehreren öffentlichen Proben zur Nachwuchsgewinnung. Dann wurden noch in den Grundschulen Instrumente vorgestellt.

 2007 wurde in Zusammenarbeit mit der Adolf-Reichwein-Schule die Bläserklasse gegründet. Anita Scheuermann, unsere Ausbildungsleiterin, und Dirigent Michael Schließmann bestreiten die instrumentale Ausbildung. Anita Scheuermann betreut auch das Nachwuchsorchester, welches bereits eigene Auftritte hat.

Die Konzerte des TV-Blasorchesters sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Kulturprogramm der Stadt und ihre Beliebtheit wurde stets durch zahlreichen Besuch gekennzeichnet. Seit 1984 wird ein großes Weihnachtskonzert gegeben, welches sich großer Beliebtheit erfreut.

Im Jubiläumsjahr wurden 3 Konzerte gegeben. Im April zum ersten Mal in der Langener Stadtkirche, im Mai zusammen mit den Musikfreunden aus Schleinbach in der Turnhalle und im Dezember das große Weihnachtskonzert in der Turnhalle.  Als Anerkennung erhielt das TV-Blasorchester im Dezember 2012 den Kulturpreis der Stadt Langen.

E. Donner

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